Der Geigenklang

Wie soll eine Geige, ein Streichinstrument klingen?
„Gut!“, sagen Sie vielleicht. Aber was ist gut?

Klingt das Instrument dunkel, klingt es hell?
Ist es frei oder eng? Ist der Klang modulationsfähig oder flach?
Wie ist die Ansprache?
Ist das Instrument laut?
Trägt der Ton im Raum?

Mit einer differenzierten Klangbeschreibung können
Sie ihre Höreindrücke in Worte fassen.
Mit einer treffenden Beschreibung erinnern Sie sich besser.
Beim Vergleichen von verschiedenen Instrumenten
ist dies von grossem Vorteil.

 

Einige Tipps zur Auswahl von Instrumenten

Gehen Sie ohne Erwartung an das Instrument. Ein teures Instrument muss nicht ein gut klingendes sein. Auch ein günstiges Instrument kann recht gut klingen. Viele Kunden lassen sich blenden durch wohlklingende Namen oder hohe Preise. Sie nehmen ihr eigenes Empfinden nicht genügend ernst, wenn sie ehrfürchtig statt objektiv auf ein Instrument zugehen. Von berühmten Instrumentenbauern gibt es auch  Instrumente, die unausgeglichen klingen und immer wieder finden sich Instrumente, die zwar keine grossen Meisterarbeiten sind, aber erstaunlich gut klingen. 

Suchen Sie für das Probespielen ein eher kurzes Stück aus, das Sie gut beherrschen, Sie aber auch fordert. Spielen Sie auswendig. Reagieren Sie intuitiv auf den Klang. Ihr erster Eindruck ist wichtig. Aber Sie brauchen auch Zeit. Versuchen Sie, sich auf dem Instrument wohl zu fühlen. Gehen Sie im nächsten Durchgang analytisch vor. Spielen Sie das Instrument von unten bis oben durch alle Lagen und hören Sie, ob es in sich stimmt. Dann vergleichen Sie wieder. Wenn Sie vier, fünf Töne mit dem gleichen Strich auf zwei Instrumenten spielen, können Sie recht genau den Klangunterschied bezeichnen. (Tongrösse, Klangfarbe, Ansprache, Modulationsfähigeit).

Berücksichtigen Sie die Akustik des Raumes. Sie beeinflusst den Klang des Instruments stark. Zu hallige und zu stumpfe Räume sind nicht geeignet. Beim Spielen in einem grossen Raum der nicht zu hallig sein darf, wird hörbar, ob ein Instrument trägt, d.h. auch weit entfernt noch gut hörbar ist.

Spielen Sie selber und lassen Sie sich vorspielen. Als Spieler haben Sie einen anderen Klangeindruck wie als Zuhörer. Dies gilt insbesondere für Geigen und Bratschen.  Einen neutraleren Eindruck erhalten Sie, wenn Sie das Instrument am Körper abstützen, statt es unters Kinn zu klemmen.